Gleispläne
Gleispläne – dort wo diese einen Bahnhof abbilden werden sie als Bahnhofspläne, dort wo sie einen Streckenabschnitt abbilden als Streckenpläne bezeichnet – dienen den Eisenbahngesellschaften zur Bestandsaufnahme, zur Planung oder zur Übersicht.
Nach der Aufnahme im Feld (Vermessung) werden die Meßergebnisse in einen Plan im Maßstab 1 : 1000 (auch 1 : 500) kartiert. Diese sog. 'Mutterpläne' werden mit spezieller Tusche auf spezieller Folie gezeichnet; in ihnen werden später alle Änderungen entweder neu eingezeichnet oder gekratzt (gelöscht). Von den Mutterplänen werden Drucke oder Lichtpausen (auch sog. 'Blaupausen') erstellt. Diese Verfielfältigungen sind Arbeitspläne, die nach Gebrauch vernichtet oder anderweitig entsorgt werden.
Man kann Gleispläne unterteilen in unmaßstäbliche Gleisskizzen, in verzerrte (i.d.R. Länge : Breite = 1 : 3) oder unverzerrte (i.d.R. 1 : 1000) Gleispläne – die in Kataster-Flurkarten eingezeichnet sind – sowie in Signalpläne – auch in verzerrter oder unverzerrter Ausgabe – mit spezifischen Darstellungen zu den Signalanlagen.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Plänen auf Basis der Gleispläne, wie z.B. Außenbeleuchtungspläne oder Feuerlöschpläne.
Gleispläne werden, um die Vervielfältigung zu erleichtern, in schwarzer Tusche ausgeführt. Als Zeichenwerkzeuge dienen dazu von jeher – neben diversen Linealen – für die Striche eine 'Ziehfeder', für kleine Kreise ein 'Nullenzirkel' und für die Beschriftung und z.B. Signalsignaturen diverse Zeichenfedern. Auch wenn heute elektronisch-digitale Zeichenprogramme eingesetzt werden, sind immer noch Ziehfeder und Nullenzirkel im Einsatz.
Die Aussagekraft eines Gleisplanes entfaltet sich in höchster Form in den bahnamtlichen Originalen. Diese Pläne haben den Reiz des Authentischen. Durch ein abgestuftes Prüfungssystem ist bei ihnen die Fehlerquote nahezu gleich Null, so daß sie als historische Dokumente angesehen werden können.
In den Originalplänen erkennt man neben zeitlichen Wandlungs- und Gestaltungsprozessen auch graphische Unterschiede bei den einzelnen Bahnverwaltungen. Sie sind somit gleichermaßen reizvoll für Nutzer (Modelleisenbahn, Zugsimmulation, virtuelle Bahn) und Sammler. Auch historisch Interessierte können durch die Pläne aus meinem Fundus oft ihre Recherchen exact abschließen.
Insbesondere in den Bahnhofsplänen verbinden sich abstrakte Symbole, logische Strukturen und harmonische Relationen derart, daß man allein durch ihr Studium leicht Momente der Ruhe und der Muße findet.
Durch diesen besonderen Reiz dieser technischen Zeichnungen und der Art ihrer Herstellung kann man bei Gleisplänen durchaus von grafischen Werken sprechen.
Gleispläne bestehen aus definierten Signaturen, als abstrakte zweidimensionale Abbildung der natürlichen räumlichen Gegebenheiten.
Als die Deutsche Reichsbahngesellschaft (DRG) aus der Zusammenführung der bis dahin selbstständigen, einzelnen deutschen Landeseisenbahnen entstand, entwickelte diese Ende der 1920-er Jahre einheitliche Zeichnungsnormen für Signaturen von Eisenbahnanlagen in vermessungstechnischen Plänen. Dabei orientierte sich die DRG an den preußischen Normen.
Auf der Hauptseite Signaturen sind Auszüge dieser Zeichenvorschriften dargestellt, neben solchen einer Privateisenbahn.
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